Mittwoch, 30. Juni 2010

Lasagne al forno

Lasagne ist so eine Art italienischer Soulfood. Wenn ich sie aus dem Ofen nehme, verbreitet sich der Duft in der ganzen Wohnung, mir läuft das Wasser im Mund zusammen und ich kann es kaum erwarten, bis alle ihre Portion auf dem Teller haben. Mit leicht wippendem Fuss ersehne ich das Ende des Tischgebets und dann, endlich kann ich meine Gabel füllen, sie zum Mund führen, mir den Gaumen verbrennen und trotzdem genüsslich das Resultat meiner eigenen Kochkunst auf der Zunge zergehen lassen. Nur Zia Dorina hat sie noch besser hinbekommen. Sie hat die Pasta selber zubereitet. Ich habe die frischen Teigplatten im Coop erstanden. Meine Gäste grummelten aber zufrieden vor sich hin. Eigentlich ist es sehr mutig, einem Italiener Lasagne vorzusetzen. Ihr Urteil könnte vernichtend sein. Ihre Vergleichsmöglichkeiten sind um vieles grösser als die der Schweizer. Wenn man die Götter (der Speisen) mit Opfergaben besänftigt, bevor man sich ihrem Urteil aussetzt, kann man aber Milde erhoffen. So wurden sie erst einmal beschwichtigt mit einem Teller voll frischer, grüner Feigenspalten, fein geschnittenem Rohschinken, schwarzem Pfeffer und ein paar Tropfen dreissigjährigem Aceto Balsamico di Modena. Obwohl nach der Lasagne kaum noch ein Hungergefühl zu verspüren sein konnte, genossen alle die Mascarponecrème mit echter Vanille und frischen Waldbeeren mit geschlossenenen Augen. Aah und Mmh bei jedem Löffelchen. Wir haben noch zwei Tage von den Resten gelebt. Ich habe immer noch Mühe damit, für wenige Personen zu kochen.

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